Vereinsgründung zu Corona-Zeiten – Oberteuringen zeigt, wie es funktioniert

„Gemeinsam für unsere Kinder, gemeinsam für die Teuringer-Tal-Schule!“ – unter diesem Motto wagte die Teuringer-Tal-Schule aus Oberteuringen am Bodensee im Corona-Frühjahr die Gründung eines eigenen Fördervereins. Die Idee stammt von der Schulleitung: Zum einen ist die Teuringer-Tal-Schule mit rund 230 SchülerInnen in zehn Klassen nicht unbedingt klein. Zum anderen werden deutlich kleinere Schulen in den umliegenden Gemeinden bereits durch einen Förderverein unterstützt. So war es naheliegend, dass der damalige Elternbeirat eine Arbeitsgruppe „Förderverein“ einführte.  Zwei engagierte Elternvertreterinnen machten sich mit Begeisterung und Engagement an die Arbeit. Obwohl beide Frauen keine Erfahrung mit Vereinsgründungen besaßen, setzten sie sich Anfang des Jahres mit diesem Thema auseinander und beschlossen, das Projekt zu starten.

Doch was heißt es überhaupt, einen Verein zu gründen? Darüber wollten sich die Elternvertreterinnen den Kopf erst einmal nicht zerbrechen. Lieber bewerkstelligten sie einen Schritt nach dem anderen. Glücklicherweise erhielten sie Unterstützung vom Landesverband der Schulfördervereine: Er stellte den Engagierten vielfältiges Informationsmaterial zur Verfügung und führte sie mit einem Abendseminar in Ravensburg unter dem Titel „Als Vorstand rechtssicher handeln“ in die Thematik ein. Die Mitgliederversammlung sowie der Austausch mit einem benachbarten Förderverein zeigte den Elternvertreterinnen, wie wichtig Fördervereine für das Schulleben sind und auf welche Weise sie den Schulalltag bereichern können. Deshalb war man sich einig: Das sollten die GrundschülerInnen in Oberteuringen auch bekommen!

Nach mehreren Treffen stand die erste „Rohsatzung“, die sich aus verschiedenen Mustersatzungen und veröffentlichten Satzungen anderer Fördervereine zusammensetzte. Parallel versuchte man, durch einen „letter of motivation“, der an alle Schülerinnen und Schüler verteilt wurde, weitere MitstreiterInnen zu finden. Durch den Aufruf „Wir brauchen dich“ fanden sich zehn Interessierte, die fortan den weiteren Weg mit den beiden Elternvertreterinnen gingen. Eine Woche vor dem Lockdown im März gab es ein erstes Treffen mit der „Initiativgruppe“ sowie der Schulleitung, bei dem bereits der Satzungsentwurf detailliert besprochen und diskutiert wurde. Weitere Themen an diesem Abend waren die Ämterübernahme, Logoentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Jahresbeitrag, Beitrittserklärung und das Erstprojekt. Zu diesem Zeitpunkt herrschte noch großer Optimismus, dass Ende April die Gründungsversammlung stattfinden könnte.

Trotz Lockdown wurde fleißig weiter an der Satzung gefeilt und schließlich eine Vorprüfung beim Finanzamt und beim Amtsgericht angefragt. Hier gab es zum Glück schnell grünes Licht. Eine deutlich größere Herausforderung stellte die Besetzung der Vorstandsämter dar. Naheliegend war, dass die beiden Elternvertreterinnen in den geschäftsführenden Vorstand einzogen, womit die Kandidatinnen für den 1. Vorsitz und den Kassenwart schnell feststanden. Um Pattsituationen zu vermeiden, sollte der BGB-Vorstand jedoch aus drei Personen gebildet werden. Da dies laut Satzungsentwurf auch so vorgesehen war, fehlte noch die dritte tragende Säule. Mit etwas Überzeugungskraft gelang es, die Kooperationslehrerin der Teuringer-Tal-Schule für das Amt des 2. Vorsitz zu gewinnen. Sie stellt damit das Bindeglied zwischen Lehrerkollegium/Schulleitung und dem Förderverein dar und begleitet zudem die zukünftigen ErstklässlerInnen im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung. Für die Ämter der weiteren Posten (Beisitzer, Kassenprüfer, Schriftführer) fanden sich zum Glück leichter Anwärter. Mit dieser Konstellation war das erste Geschäftsjahr gesichert.

Bis zur Gründungsversammlung musste noch einiges an Zeit, Engagement und Geduld aufgebracht werden. Am 23. Juni 2020 war es aber endlich soweit und die Geburtsstunde des Förderverein Teuringer-Tal-Schule konnte mit 14 Gründungsmitgliedern Corona-konform vollzogen werden. Damit ging die Arbeit richtig los!

Leider waren dem jungen, hochmotivierten Förderverein zunächst die Hände gebunden. Die Corona-Pandemie machte die Durchführung des geplanten Erstprojekts (ein Weihnachtstheater) unmöglich. Dennoch hielt der neue Vorstand daran fest, noch in 2020 eine erste kleinere Aktion umzusetzen: Eine Bescherung zum Nikolaus. Dafür durfte sich jede Klasse ein Buch für ca. 20 Euro wünschen. Am 7. Dezember kam dann der Nikolaus, der standesgemäß mit Kutsche auf den Pausenhof chauffiert wird, und verteilte die Geschenke. Nach einer kleinen Ansprache durch den Nikolaus erhielt jede Klasse ihr Säckchen mit dem Buch und Schokoladen-Nikoläusen für die Kinder – inklusive eines Grußes von ihrem neuen Förderverein.