Solarlampen für Afrika - Ein Projekt aus Holzgerlingen

„Den Menschen stärken. Die Welt verstehen. Gemeinschaft gestalten.“ Unter diesem Motto arbeitet der Förderverein des Schönbuch-Gymnasiums Holzgerlingen. Seit 2017 richtet der Förderverein gemeinsam mit dem naturwissenschaftlichen Zweig der Schule seinen Blick in Richtung des afrikanischen Kontinents: Während eine funktionierende Infrastruktur in Deutschland selbstverständlich ist, gibt es beispielsweise in weiten Teilen Gambias keine Versorgung mit Elektrizität. Die Menschen müssen auf offenem Feuer kochen und nutzen zur Beleuchtung Kerosin-Lampen, die mit ihren Dämpfen nicht nur gesundheitsschädlich sind, sondern auch gefährlich. Immer wieder gehen die strohgedeckten Hütten in Flammen auf. Daher müssen die Kerosin-Lampen durch Solarlampen ersetzt werden. In Zusammenarbeit mit dem Kassenführer des Fördervereins, der beim Jugendforschungszentrum Energie und Umwelt im Landkreis Böblingen daran arbeitet, den Bau der Lampe zu vereinfachen, setzen sich nun die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen im Unterricht mit dem Problem auseinander. Gemeinsam beteiligen sie sich daran, Solarlampen für die Kinder in Gambia herzustellen. Das Projekt trägt den Titel „Licht für Afrika“ und wurde ursprünglich vom Verein Yirabah ins Leben gerufen, der die Dörfer im westafrikanischen Gambia in den Bereichen Selbsthilfe, Ökologie und Nachhaltigkeit unterstützt.

Im Gegensatz zu den Kerosin-Lampen enthalten die Solarlampen eine Schaltung mit vier hellen Leuchtdioden, die ihre Energie aus Akkus beziehen. Die Akkus wiederum lassen sich über ein Solarmodul aufladen. Mit den Solarlampen können die Kinder in Gambia ihre Hausaufgaben oder Prüfungsvorbereitungen problemlos auch abends machen, wenn die Sonne bereits untergegangen ist. Das Design der Solarlampen basiert auf einem Entwurf in der Zeitschrift „kon te xis“ aus dem Jahr 2015. Ursprünglich wurde die Schaltung auf Reißzwecken auf einer Holzplatte aufgebaut und in einer Blechdose untergebracht; das Jugendforschungszentrum in Böblingen vereinfachte den Bau der Lampe.

Für die Herstellung der Solarlampen wird das handwerkliche Geschick der Jugendlichen benötigt. Zuerst erfolgt der mechanische Zusammenbau, indem der Deckel mit Bohrungen versehen wird. Danach sind die Aufhängung und die Akku-Halterung zu befestigen und Schalter sowie Ladebuchse müssen montiert werden. Im nächsten Schritt steht die elektronische Schaltung an: Bei der Bestückung einer Streifenplatine mit den Leuchtdioden und weiteren Bauteilen ist auf die korrekte Positionierung zu achten. Ist eine LED falsch herum eingebaut, funktioniert die Lampe nicht. Ähnlich ist es bei „kalten“ Lötstellen: Auch hier sind Sorgfalt und Geschick notwendig.

Ist eine Solarmlampe fertig, stellen die ZehntklässlerInnen diese dem Verein Yirabah zur Verfügung, der diese kostenlos den benachteiligten Kindern in Afrika zukommen lässt und gleichzeitig damit ihre Lebens- und Lernumwelt verbessert. Der Förderverein der Schule kümmerte sich um die Organisation des Projektes und kommt für die Materialkosten auf. Die Solarmodule finanziert der Rotary Club Sindelfingen. Auch zur Weihnachtszeit ist der Förderverein im sozialen Bereich aktiv: Jedes Jahr organisiert er eine Weihnachtsaktion, bei der an der Schule für ein soziales Projekt gesammelt wird. Ein Teil des Geldes fließt zurück an das Gymnasium, damit die SchülerInnen an weiteren Projekten arbeiten können und durch ihre innovative Ideen die Zukunft gestalten. So arbeitet die 3D-Druck-Arbeitsgemeinschaft der Schule beispielsweise gerade daran, das Design der Solarlampe weiter zu optimieren und den Herstellungsprozess zu vereinfachen.