„Jacke wie Hose“ - Upcycling in Bad Friedrichshall

Aus alt mach neu – das ist das Motto der Schülerfirma „Jacke wie Hose“. Das Upcycling-Projekt am Friedrich-von-Alberti-Gymnasium in Bad Friedrichshall basiert auf einer gemeinsamen Eltern-, Schüler- und Lehrerinitiative, die vom Schulförderverein tatkräftig unterstützt wird. Die Idee: Das, was andere als unbrauchbar erachten, verwandeln die SchülerInnen in etwas Neues. Dabei verwerten sie Stoffreste, Kleidungsstücke oder Verpackungen. Durch Kreativität und Ideenreichtum der jungen Bastlerinnen und Bastler entstehen einzigartige Produkte, die von ihren neuen Besitzern so begeistert genutzt werden, wie es in ihrem alten Zustand nicht mehr der Fall war. Die Teilnehmenden der Schülerfirma möchten gemeinsam für Nachhaltigkeit im Sinne von Upcycling werben und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Schülerfirma setzt ein bewusstes Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft und stellt die klassische Definition von „Müll“ in Frage.

Die Idee zu der Schülerfirma kam von der Schulgemeinschaft, um zu einer Entschleunigung des Alltags beizutragen. Alle Mitarbeitenden der Firma erhalten während ihres Engagements ein wichtiges Gut: Zeit. Es gibt Zeit, um kreativ zu sein, nachzudenken, zu entwickeln, zu nähen und zu gestalten. In einer einladenden und entspannten Atmosphäre kann jede und jeder seinen eigenen Ideen nachgehen und diese umsetzen. Der Förderverein des Gymnasiums ermöglicht die vielfältigen Upcycling-Ideen der SchülerInnen und stattete die Arbeitsräume mit Nähmaschinen und Bastelwerkzeugen aus. Die Mitglieder des Fördervereins sind ebenfalls ein engagierter Teil der Schülerfirma und unterstützen die Kinder und Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Ideen. Wie näht man einen Knopf an? Warum klemmt der Reißverschluss? Ist der Schnitt richtig angepasst? In Teamwork setzen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen die unterschiedlichsten Ideen um und können jederzeit auf die Hilfe des Fördervereins bauen, wenn Unterstützung benötigt wird. 

Neben individuellen Produkten stellt die Schülerfirma „Jacke wie Hose“ auch Schulmäppchen für die neuen FünftklässlerInnen her. Diese werden aus alten Atlanten, Stoffresten und Reißverschlüssen gebastelt. Um die Gemeinschaft der Schule zu stärken, landet auch das Schullogo auf dem Präsent. Das Begrüßungsgeschenk ist ein Verweis auf die Nachhaltigkeitsinitiative der Schule und soll die neuen SchülerInnen einladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Auch die Fairtrade-Gruppe des Gymnasiums leistet einen Beitrag und füllt das Mäppchen mit fairen und nachhaltigen Stiften auf. Das gemeinsame Produkt „Schulmäppchen“ steht stellvertretend für die Werte der Schule: Zuverlässigkeit, Offenheit und Wertschätzung. 

Um MitschülerInnen, Eltern, Freunde und Verwandte auf die Schülerfirma aufmerksam zu machen, veranstaltet die Schule regelmäßige Events: Upcycling-Modenshows, Bastelnachmittage, Kreativwettbewerbe und Repair-Days. So kann in Teamarbeit geschraubt, gebastelt, geklebt und fixiert werden. Auch der Förderverein vergibt gerne den ein oder anderen Auftrag an die kreativen Köpfe, denn sogar Gegenstände wie Sitzhocker oder Tragetaschen für Trennwände gehören zum Repertoire der Nachhaltigkeitsinitiative.

Die Schülerfirma „Jacke wie Hose“ ist mit der Initiative „Future Fashion at School“ verbunden. Die neue Bewegung für nachhaltige Textilien und bewusstes Konsumverhalten in Baden-Württemberg ist ein Pilotprojekt für die Landkreise Heilbronn und Ludwigsburg. Mit abwechslungsreichen Projekten sollen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen an die Schulen gebracht werden und in Zusammenarbeit umgesetzt werden. Bei einer Kick-Off Veranstaltung im Herbst 2018 besuchten mehr als 60 TeilnehmerInnen den Workshop „Upcycling“, bei dem das Projekt „Schulmäppchen“ erfolgreich weiterentwickelt wurde.