In Neonfarbe oder schlichtem Holzton – Die „Neonboards“ aus Mosbach

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Skateboard und einem Longboard? Die Schülerinnen und Schüler der Hardbergschule Mosbach könnten es Ihnen sicher sehr ausführlich und anschaulich erklären. Sie fahren nämlich nicht nur Longboard, sie stellen diese auch selbst her – in der Schülerfirma „Neonboards“.

Longboards sind – wie der Name vermuten lässt – länger als Skateboards, unterscheiden sich etwas in der Form und fahren schneller als die kürzeren Boards. Sie eignen sich wunderbar, um Tricks umzusetzen, oder einfach, um von A nach B zu kommen. In einer Art Mentoren-Programm geben die Schülerinnen und Schüler der Hardbergschule ihr Wissen im Longboard-Fahren an Kinder und Jugendliche anderer Schulen weiter und führen ebenso Workshops an Hochschulen durch.

Die Hardbergschule Mosbach ist ein Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Während die Schülerinnen und Schüler im Unterricht einen besonderen Förderbedarf im Bereich Lernen aufweisen, geht das Lernen in der Schülerfirma wie von selbst – durch jeden einzelnen Schritt im Herstellungs- und Verkaufsprozess. Die praktische Arbeit vermittelt den Jugendlichen zahlreiche Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie begleiten bzw. führen den kompletten Prozess von der Bestellungsannahme über die Produktion bis hin zur Abrechnung.

Die hochwertigen, individuell anpassbaren Longboards werden von den Mitgliedern der Schülerfirma „Neonboards“ geklebt, ausgesägt, lasiert, mit Rollen versehen, usw. Es bedarf vieler Arbeitsschritte, bis ein Longboard an Kunden ausgeliefert werden kann – was wiederum der Zusammenarbeit im Team bedarf. Das fertige Longboard, das als Einzelstück hergestellt wird, kann schließlich zu einem vergleichsweise günstigen Preis angeboten werden. Dadurch möchte die Schülerfirma allen Schülerinnen und Schülern der Hardbergschule sowie anderer Schulen den Einstieg in den Longboardsport vereinfachen.

Als Kunde kann man sich sein Board individuell zusammenstellen: Neben Boardform und -farbe kann auch die Farbe der Achsen und Rollen individuell bestellt werden. So erhält jede bzw. jeder ein wahres Einzelstück. Noch läuft der Bestellprozess über E-Mail oder persönliche Gespräche. Doch auch dies möchte die Schülerfirma optimieren – mit einer eigenen Homepage der „Neonboards“. Und dort gibt es dann nicht nur Longboards zu bestellen.

Neben den Longboards, von denen bereits über 40 Stück verkauft wurden, kreieren die Schülerinnen und Schüler ebenso Pullover, T-Shirts und Tassen, die individuell bedruckt werden können. Die Produkte werden mit einer schuleigenen Siebdruckmaschine sowie einer Tassenpresse angefertigt. Großaufträge etwa von Vereinen oder Schulen kann die Schülerfirma problemlos mit deren Wunschmotiv fertigen.

Doch diese besondere Schülerfirma könnte nicht ohne besondere Unterstützung existieren. Der Verein „Freunde und Förderer der Hardbergschule Mosbach e.V.“ finanzierte die ersten Longboards, die im Handel erworben wurden, um das Longboard-Fahren zu erlernen. Der Förderverein glaubte an die Idee und bezuschusste das Projekt mit dem nötigen Startkapital, um Holz, Achsen, Rollen und Werkzeuge für die Herstellung der ersten eigenen Longboards zu kaufen. Weitere Anschaffungen wie z.B. die Siebdruckmaschine, der Schneideplotter oder die Tassenpresse ermöglichte ebenfalls der Förderverein. Dank des Vereins hatten die „Neonboards“ die Chance, ihr Angebot zu erweitern und weiteren Lernenden die Möglichkeit der Mitarbeit zu geben. Denn die Nachfrage an der Mitarbeit in der Schülerfirma ist groß.

Die „Freunde und Förderer der Hardbergschule e.V.“ leisten jedoch nicht nur finanzielle Unterstützung. Viele der Vereinsmitglieder engagieren sich zudem ehrenamtlich in der Schülerfirma. Vom Schülertransport, der Teilnahme an Ausflügen als Begleitperson, der Unterstützung bei der Bewirtung der Workshops, der Anfertigung eines „Sketch-Note“-Plakats mit dem Firmenorganigramm, bis hin zu der Mitwirkung in der Firma werden viele wichtige Aufgaben von Vereinsmitgliedern übernommen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Schülerfirma.

Ohne die Unterstützung des Schulfördervereins wäre die Größe und Vielfalt des Projektes nicht möglich gewesen. So ist die Auszeichnung, die die Schülerfirma „Neonboards“ im Jahr 2018 als eine der besten Schülerfirmen Deutschlands erhalten hat, auch eine Auszeichnung für die Mitglieder des Schulfördervereins.

(Juli 2019)

Eindrücke von dem Projekt: