Hier ist der Name nicht Programm – Die Schülerfirma „KrimsKrams“ des Schulzentrums Frommern

„wertloses (irgendwo herumliegendes) Zeug“ – so definiert der Duden das Wort Krimskrams. Dinge, die keinen besonderen Wert haben, die aber doch jeder im Haus hat. Von wertlos kann man bei der Schülerfirma „KrimsKrams“ aus Balingen jedoch wirklich nicht sprechen. Sowohl die Schülerfirma an sich hat einen besonderen Mehrwert als auch die Produkte, die die Jugendlichen herstellen. Dass man manchmal nach den Produkten kramen muss, wenn man sie benötigt, das kann natürlich schon zutreffen. Denn wie schnell verschwindet etwa ein Kräutersalz im Gewürzschrank und ist nicht auffindbar, wenn man es braucht? Oder man sucht eine leckere Konfitüre, die man irgendwo im Keller gelagert hat? Dann beginnt das Kramen.

Zwei ehrenamtliche Mitglieder des Schulfördervereins des Schulzentrums Buhren e.V. leiten die Schülerfirma „KrimsKrams“, die jeden Mittwochnachmittag – außerhalb der Schulzeit – in Aktion tritt und an der zwölf Schülerinnen und Schüler beteiligt sind. Hier werden Dinge wie Kräutersalz, Öl, Essig, Konfitüren, technische Produkte und Brotbackmischungen hergestellt, beworben und verkauft. Mit dem Gewinn werden wiederum weitere wertvolle Projekte an der Schule unterstützt, wie der soziale Mittagstisch „Kein Kind soll hungern an unserer Schule“, der Frühstücksclub, gesundes Pausenbrot, musisch-kulturelle Aktivitäten, die Fahrradwerkstatt oder Projekte der Schulsozialarbeit, um nur ein paar zu nennen. Der Verkauf der Produkte erfolgt über Partner im Umkreis sowie mehrmals im Jahr bei lokalen Märkten und in der Schule.

Die Zutaten für die Produktion versuchen die Jugendlichen dabei aus der Region zu erhalten. Für die Herstellung der Brotbackmischungen arbeiten sie etwa mit der ortsansässigen Stingel-Mühle OHG zusammen. Nach einem ersten Besuch der Mühle, bei dem sie wichtige Informationen über die Brotherstellung erhielten, war klar: Die Zutaten für die Backmischungen sollen aus dem heimischen Betrieb bezogen werden.

In einem ersten Schritt wurden diverse Brotrezepte getestet, bevor sich die Schülerfirma auf zwei Brot-Backmischungen festlegte: Dinkel-Körnerbrot und Vollkorn-Blitzbrot. In der Produktionsstraße, die den Abfüllvorgang optimiert, werden die Backmischungen in Weckflaschen abgefüllt, ordentlich verschlossen und vorschriftsgemäß beschriftet. Dadurch, dass die Zutaten schön in den Flaschen geschichtet sind, sind die Backmischungen nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch ein echter Hingucker. Die Abfüllung der Backmischungen in der Produktionsstraße zeigt den Schülerinnen und Schülern auf, welche Vorteile eine arbeitsteilige Herstellung mit sich bringt.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich über die Lebensmittelkennzeichnung, die Lebensmittelverpackungsverordnung und natürlich auch die Lebensmittelhygiene informiert. Wichtiges wurde auf die Brot-Backmischungen übertragen und in einem ansprechenden Etikett/Anhänger aufgenommen. Nachdem eine genaue Preisermittlung stattgefunden hatte, wurden die ersten Flaschen auf dem Balinger Weihnachtsmarkt und dem Frühlingsmarkt in Weilstetten verkauft, später folgten noch die Kooperation mit dem Mühlenladen. Die Jugendlichen führen Kundengespräche, lernen Verkaufsstrategien kennen und übernehmen Verantwortung, nicht nur für die Kasse. Durch die neuen Herausforderungen steigt das Selbstbewusstsein und die freiwillige Tätigkeit eröffnet einen lebensechten Einblick in die Vielfältigkeit der Berufswelt und die Anforderungen an ein Produkt sowie eine Verkaufsstelle. Nicht nur die produktiven Fertigkeiten werden geschult, sondern auch kaufmännische Kenntnisse, von der (Preis-)Kalkulation über das Marketing und die Buchhaltung bis hin zur Organisation eines Verkaufsstandes. Für die Jugendlichen bedeutet dies Lernen in der Lebenswirklichkeit. Gerade im kaufmännischen Bereich ist die fachliche Unterstützung durch die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fördervereins unersetzbar.

Die finanzielle Startunterstützung durch den Förderverein hat sich ausgezahlt – mittlerweile steht die Schülerfirma auf eigenen Beinen und kann mit dem erwirtschafteten Gewinn Projekte wie den kleinen „Pau“ (die Pausenhofgestaltung der Kleinsten) finanzieren sowie wiederum den Schulförderverein in seinen vielfältigen Aufgaben unterstützen. „KrimsKram“ hat also einen hohen Wert.