FairMaker in Aktion – Die Fairtrade-AG der Bühl-Realschule Dornstadt

FairMaker – das sind die Schülerinnen und Schüler der Fairtrade-AG der Bühl-Realschule Dornstadt. 2017 begannen sie mit der Herstellung eines „Spezial-Produkts“ für die Schule: Das „Einstein-Schülerfutter“. Eine eigene Mischung aus Nüssen und Trockenfrüchten, die 100% bio, möglichst fair, zum Teil regional und definitiv superlecker ist. Das Einstein-Schülerfutter hilft beim Denken, macht schlau und ist gesund – also der ideale Pausen-Snack!

„GUT für uns und GUT für die Welt“ – so lautet das Motto der FairMaker. Sie schauen genau hin, wo die Zutaten herkommen und wie sie produziert werden. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 9 haben sich zu Beginn intensiv mit den Kriterien des Fairen Handels und den entsprechenden Siegeln, auch aus dem Bio-Bereich, beschäftigt. Sie haben recherchiert, wie die Nüsse und Trockenfrüchte wachsen, geerntet und weiterverarbeitet werden und dabei enorm viel gelernt sowie selbst viele Nüsse geknackt. Und sich dabei immer wieder die Frage gestellt: Wer knackt eigentlich die vielen Nüsse, die es im Laden zu kaufen gibt?

Die Zutaten für das Schülerfutter beziehen die AG-Mitglieder z.B. aus dem Weltladen, von Importeuren aus dem Fairen Handel und von Bioläden. Die Walnüsse kommen, wenn möglich, aus Dornstadt. Die Spezialität der FairMaker der Realschule Dornstadt hat im Lauf der Zeit mehr als nur einen Namen bekommen: Je nachdem, wer die Nuss & Fruchtmischung bekommt bzw. bei welcher Gelegenheit sie verkauft oder verteilt wird, wird ein eigener Name kreiert, z.B. gab es die Spezialabfüllungen „Rektorenfutter“, „Bürgermeisterfutter“, „Sportlerfutter“ und sogar „Ministerfutter“ für den Umweltminister Franz Untersteller. Für Veranstaltungen gab es z.B. ein Gartenfestfutter, ein Musical-Futter, ein Flohmarkt-Futter, ein Kinderfest-Futter, ein Adventsbasar-Futter…

Auch über die Verpackung haben sich die FairMaker viele Gedanken gemacht. Denn ein GUTES Produkt braucht auch eine GUTE Verpackung! Die Verpackung sollte plastikfrei oder wieder befüllbar sein. Das Schülerfutter verpacken die FairMaker in selbstgemachten Butterbrot-Papiertüten, die mit einem Bast-Band zuschnürt werden. 50 Gramm Schülerfutter in der Papiertüte kosten für Realschülerinnen und -schüler 1 Euro. Das ist günstiger als jede Nuss & Fruchtmischung, die man im Handel kaufen kann – und ist dabei bio, fair und superlecker! Aufgrund der hohen Nachfrage wurde auch schon über einen Nussautomaten als Alternative nachgedacht.

Für Bestellungen wird die Nuss & Fruchtmischung je nach Wunsch in Gläser mit Schraubverschluss gefüllt und mit einem Etikett bzw. Bast-Bändern verziert. Die Gemeinde Dornstadt beispielsweise bestellt die Nussmischungen gerne als Geschenk für Gäste (z.B. für die Vertreterinnen und Vertreter vom Partnernetzwerk der BNE-Kommunen, für die Delegation der französischen Partnerstadt Coutras, für die Gemeinderäte, für Mitarbeitende und für Jubilare), auch das Seniorenbüro von Dornstadt hat bereits Nussmischungen bestellt sowie die IHK für eine Tagung mit Erzieherinnen und Erzieher vom Haus der kleinen Forscher.

Mit diesem tollen Produkt und ihrem Engagement setzen die FairMaker ein besonderes Zeichen für eine bessere Welt. Und sie teilen ihr Wissen: Einige Schülerinnen und Schüler haben 2017 mit den Vorschulkindern im Kindergarten Bollingen das Schülerfutter für die Auszeichnung der Einrichtung zur FairenKITA zubereitet und den Kindern dabei viel über den Fairen Handel und die Herkunft der Nüsse erzählt. Alle waren begeistert und die Kinder wissen jetzt z.B., wie Cashewkerne wachsen und verarbeitet werden – womit sie wohl vielen Erwachsene voraus sind.

Man sieht: In dem Schülerfutter der FairMaker stecken nicht nur Nüsse, sondern auch Engagement und Wissen ist darin enthalten, das sich die Fair-Maker selbst erarbeitet haben. Die erste Generation der FairMaker hat die Schule bereits verlassen, die nächste Generation ist jetzt am Start.

Die FairMaker der Bühl-Realschule Dornstadt, eine AG mit circa 14 Jugendlichen, wird seit 2017 vom „DORF“, dem Dornstadter Realschulförderverein auf unterschiedliche Art gefördert: Z.B. unterstützt die Vorsitzende vom Förderverein das pädagogische Team (eine Lehrerin und eine FÖJ-lerin der Gemeinde) inhaltlich und organisatorisch (sie ist beruflich als Bildungsreferentin für BNE und Globales Lernen tätig), der Förderverein hat das Geld für die ersten Zutaten für die Produktentwicklung bereitgestellt und der AG bei der Kassenführung geholfen. Außerdem übernimmt der Förderverein das Honorar für die pädagogische Begleitung, da die Schule aufgrund des Lehrermangels die AG nach dem Startprojekt sonst nicht hätte weiterführen können.

Das Beispiel aus Dornstadt zeigt: Schulfördervereine sind manchmal nicht sichtbar, aber sie sind die Stützen, die tolle Projekte tragen.