Es summt und blüht in der Bienen- & Garten-AG in Pforzheim

Sobald die ersten Sonnstrahlen nach den kalten Wintermonaten hervorbrechen, beginnt die Gartensaison am Hilda-Gymnasium Pforzheim. Statt nach Stiften und Arbeitsblättern greifen die SchülerInnen dann nach Rechen, Saatgut und Imkeranzügen, denn in Pforzheim summt, brummt und blüht es ab dem Frühling. Um das Bildungsangebot der Schule zu erweitern und das Umweltbewusstsein sowie den Umweltschutz zu fördern, legte der Förderverein der Schule den Grundstein für zwei außergewöhnliche AGs: Die Bienen-AG und die Garten-AG. Während sich der Verein mit der Beschaffung eines Bienenstocks und der Hochbeete befasst, übernimmt die Schulgemeinschaft die Verantwortung für Tiere und Pflanzen.

Seit Projektbeginn kümmert sich die Bienen-AG, bestehend aus großen und kleinen Imker aus den Klassen 5 bis 8, um zwei Bienenvölker auf der Dachterrasse des Gymnasiums. Die imkerliche Arbeit ist vielfältig: Regelmäßig muss nachgesehen werden, ob es den Bienen gut geht, ob die Bienenkönigin Eier gelegt hat, ob genug Nahrung vorhanden ist und – besonders wichtig – dass die Varroamilbe auf niedrigem Niveau gehalten wird. Dabei handelt es sich um eine Milbe, die als gefährlichster Feind der Bienen gilt. Sie schwächt das Immunsystem der fleißigen Tierchen und nistet sich in die Brut ein. Gibt es zu viele dieser Milben in einem Bienenstock, kommt es zum Aussterben des Bienenvolkes. Das möchten alle Beteiligten natürlich vermeiden! Deshalb nehmen die AG-Teilnehmenden die Bienen-AG sehr ernst und kümmern sich verantwortungsvoll um die Tiere. Einmal im Jahr wird der Honig geerntet, geschleudert und in Gläser abgefüllt. Außerdem erntet die Bienen-AG auch das Bienenwachs. Beide Produkte verkaufen die Jahrgangsstufen auf dem Adventsbasar des Hilda-Gymnasiums.

Auch bei der Garten-AG herrscht ab dem Frühjahr geschäftiges Treiben. Mittlerweile haben die Teilnehmenden elf Beete – die alle vom Förderverein finanziert wurden – auf der schuleigenen Dachterrasse bepflanzt. Durch die gemeinsame Gartenarbeit erleben die Unterstufen-SchülerInnen die jährlichen Vegetationsperioden aller Pflanzen direkt vor der Schultür und tragen die volle Verantwortung für deren Wachstum. Die Arbeit in den Beeten ist sehr abwechslungsreich: Die Jugendlichen ziehen verschiedene Nutzpflanzen aus dem Saatgut an, pikieren dieses, pflanzen die Keimlinge in die Hochbeete aus und ziehen sie durch intensive Pflege groß. So können im Laufe des Sommers bis in den Herbst hinein verschiedene Früchte und andere Pflanzenteile von Obst- und Gemüsepflanzen geerntet werden. Zum Teil verarbeiten die jungen Gärtner ihre Ernte aber auch in haltbare Produkte wie Tees, Kräutersalze oder Trockenfrüchte. Aus den ausgeblühten Blumenstöcken der bienenfreundlichen Blumenecke wird das Saatgut gesammelt und als berühmte „Hilda-Blumenwiesen-Mischung“ jährlich auf dem Adventsbasar der Schule angeboten.

Gemeinsam Verantwortung für unsere Umwelt übernehmen – dieses Ziel möchte der Förderverein des Hilda-Gymnasiums mit der Bienen- und Garten-AG erreichen. Dank der tatkräftigen Unterstützung des Vereins erlernen die Schülerinnen und Schüler das ökologische Zusammenspiel von Mensch und Umwelt. Sie entdecken die Artenvielfalt in der Pflanzenwelt und erfahren, wie Mensch und Tier gemeinsam miteinander leben können. Durch viel Freude an der Arbeit erlernen die SchülerInnen den Respekt vor der Natur und sammeln ganz nebenbei biologisches und ökologisches Wissen. Hinzu kommt das Erfolgserlebnis auf dem Adventsbasar, wenn die eigene Herstellung erfolgreich verkauft wird. Mittlerweile finanziert sich die Bienen-AG vorwiegend selbst. Falls es doch einmal Engpässe gibt, können die Imker und Gärtner jederzeit auf die Unterstützung des Fördervereins zählen. Durch das gemeinsame Engagement entwickelten alle ehrenamtlichen Unterstützer des Projekts ein nachhaltiges und innovatives Konzept, um Schule und Natur zusammenzubringen. Eine Schule, die mitten im Zentrum einer Großstadt Honigbienen hält und selbst Obst, Gemüse und Blumen anbaut, ist schon etwas ganz Besonderes!