Ministerpräsident würdigt Engagement der Fördervereine

Der Landesverband der Schulfördervereine Baden-Württemberg e.V. hat den Förderpreis „Ehrenamt macht Schule“ verliehen. Fünf Schulfördervereine aus Baden-Württemberg erhielten in der Woche vom 21.-25.09. Schecks mit einem Gesamtwert von 12.000 Euro. In einer Video-Botschaft gratulierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Fördervereinen und betonte ihre Bedeutung für die Bildungsqualität im Land. Unterstützung für den Förderpreis erhält der LSFV BW von der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg, die die Kooperation auch 2021 weiterführen möchte.

Fünf strahlende Gewinner trotz ausgefallener Preisverleihung: Vergangene Woche haben Vertreterinnen des LSFV BW die Preisträger des diesjährigen Förderpreises „Ehrenamt macht Schule“ in ihren Heimatorten besucht. Durch die Corona-Pandemie musste die geplante Preisverleihung in Stuttgart abgesagt werden, eine persönliche Gratulation war dem Landesverband dennoch wichtig. Ute Heß, Vorsitzende des LSFV BW, übernahm selbst Besuche und sagte: „Vor allem in der aktuellen Situation, wo vielen Vereinen die Einnahmen durch Schulfeste oder Spendenläufe wegbrechen, ist es uns wichtig, mit den Besuchen unsere Wertschätzung und den großen Respekt für ihre ehrenamtliche Arbeit zum Ausdruck zu bringen.“ Neben den Schecks hatten die Vertreterinnen ebenfalls zahlreiche Video-Botschaften für die Gewinner im Gepäck.

Gratulation durch bedeutende Amtsinhaber

Die Freude war groß, als die fünf Vereine bei der Scheckübergabe erfuhren, welchen Platz sie belegt haben. Besonders strahlten die Erstplatzierten aus Kirchheim unter Teck. Der Förderverein der Freihof-Realschule gewann mit seinem vielfältigen Betreuungsangebot inklusive umfangreichem Lesezimmer ein Preisgeld von 5.000 Euro. Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der die Schirmherrschaft des Förderpreises innehat, bedankte sich herzlich bei den Fördervereinen für ihren wichtigen Einsatz und das stetige Engagement, welches nicht selbstverständlich aber doch äußerst wichtig sei. Schulfördervereine würden, so Kretschmann, maßgeblich zur Bildungsqualität und zum Schulklima beitragen und eine Schulgemeinschaft schaffen, in der Lehrkräfte, Eltern, Ehemalige und andere engagierte Bürgerinnen und Bürger eng zusammenarbeiten. Dass trotz Pandemie über 60 Bewerbungen für den Förderpreis eingegangen sind, zeige das große Engagement der Schulfördervereine, „die sich mit ganzer Kraft, guten Ideen, viel Zeit und Herzblut für die Schülerinnen und Schüler einsetzen“.

Ähnlich formulierte es auch Volker Schebesta, Staatssekretär beim Kultusministerium. Die Wettbewerbsbeiträge seien besondere Beispiele dafür, was alles durch die Schulfördervereine umgesetzt werde. Er bedankte sich im Namen des Ministeriums für die Arbeit, die die Ehrenamtlichen in den Schulfördervereinen leisten – ob dies die äußere Gestaltung betreffe, die finanzielle Unterstützung für zusätzliche Schulangebote oder die eigenen Bildungs- und Betreuungsprojekte.

Dass „es auch in Zukunft viele Vereine geben wird, die das schulische Leben mitgestalten“, dessen zeigte sich Georg Wacker, Geschäftsführer von Lotto Baden-Württemberg, zuversichtlich. Er bedankte sich sowohl bei den Fördervereinen für deren unermüdlichen Einsatz, als auch bei den Vorsitzenden des Landesverbands. Er schätze die Arbeit des LSFV BW sehr und gebe daher gerne die Zusage, den Förderpreis auch 2021 wieder finanziell zu unterstützen – in der Hoffnung, den Preisträgern dann wieder persönlich gratulieren zu können.

60 Bewerbungen, fünf Gewinner

Etwa 60 Schulfördervereine aus Baden-Württemberg hatten sich im März und April für den Förderpreis beworben, der in diesem Jahr unter dem Motto „Teil-Habe braucht Teil-Geber!“ stand. Der Preis wurde bereits zum dritten Mal verliehen und prämierte Projekte, die durch innovative Ideen im Bereich der Betreuung überzeugten. Eine fünfköpfige Jury bestehend aus Norbert Brugger, Dezernent beim Städtetag Baden-Württemberg, Helmut Jahn, Vorstand der Würth Stiftung, Dr. Frank Mentrup, Präsident des Deutschen Bibliotheksverbands, Christina Metke, Geschäftsführerin des Landesverbands der Privatschulen BW, und Stefanie Vollert, Vorsitzende der Landjugend Württemberg-Baden, wählte in einem mehrstufigen Verfahren fünf Preisträger aus, deren Konzepte sich in ihren Augen besonders hervortaten.

12.000 Euro für besonderes Engagement

Der erste Platz des Förderpreises mit 5.000 Euro Preisgeld ging in diesem Jahr an den Förderverein der Freihof-Realschule in Kirchheim unter Teck. An der Realschule bindet der Förderverein die Eltern aktiv in die Nachmittagsgestaltung ein, u.a. in die Betreuung des Lesezimmers mit seinem umfangreichen Bücher- und Zeitschriften-Sortiment. In dieses lädt der Förderverein zudem regelmäßig SchülerInnen eines benachbarten Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) ein. Die RealschülerInnen lesen ihnen hier etwas vor, wodurch sie zum einen das deutliche Vorlesen üben, zum anderen Stigmata an Kraft verlieren.

3.000 Euro gingen an den Förderverein der Grundschule Täferrot e.V. für die Unterstützung des umfangreichen Nachmittagsangebots mit circa 30 AGs und einem schuleigenen Bauernhof. Die rund 80 SchülerInnen können sich in Kurse wie Freundschaftliches Kämpfen, Back-AG, Bläserklasse, Natur-AG und Erste-Hilfe einwählen. An der Konzeption und Umsetzung beteiligen sich neben dem Förderverein und der Schule auch Unternehmen und Vereine aus der Umgebung.

Platz drei und damit 2.000 Euro Preisgeld erhielt der Förderverein der Schmiechtalschule e.V. aus Ehingen (Donau). Die Schmiechtalschule ist eine Schule für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung. Durch ein vielfältiges Nachmittagsangebot werden die Familien entlastet und die SchülerInnen erfahren eine besondere Förderung. Der Förderverein finanziert u.a. das heilpädagogische Reiten, welches den Kindern und Jugendlichen hilft, ruhiger zu werden und – bei körperlicher Behinderung – sogar Verkrampfungen zu lockern.

Über jeweils 1.000 Euro Preisgeld konnten sich Fördervereine aus Salem und Reutlingen freuen. Der Verein Jedem Schüler eine Chance! Gemeinschaftsschule Salem e.V. steht den SchülerInnen der Klassen 7 und 8, die ein Schülercafé leiten, als wichtiger Unterstützer zur Seite.Das Café bietet hochwertiges Essen an, die SchülerInnen erhalten erste Einblicke in die Arbeitswelt, sie erlernen Soft Skills wie Pünktlichkeit, Ordentlichkeit, Sauberkeit und freundliches Auftreten und leben Inklusion. Denn hier kann sich jeder und jede einbringen, unabhängig von Schulzweig oder sonderpädagogischem Bedarf.

An der Hohbuchschule in Reutlingen wiederum wurde in Kooperation mit dem Förderverein Pünktchen und Anton e.V. ein fester Naturtag eingeführt. An einem Nachmittag pro Woche gehen alle SchülerInnen der 1. und 2. Klassen raus in den Wald oder auf Wiesen, immer dabei das Explorer-Rucksäckle. Dieses wurde vom Förderverein als Leihgabe gestellt und enthält eine Becherlupe, ein Schnitzmesser, ein Sitzkissen sowie eine Trinkflasche. Regelmäßig lädt der Verein externe BesucherInnen wie StreuobstwiesenpädagogInnen, Förster oder Imker ein, die den Kindern Einblicke in verschiedene Lebenswelten im Wald, auf Wiesen oder in Bächen bieten.

Die Grußworte sowie die Laudationes für alle fünf Preisträger können unter www.lsfv-bw.de/vereinsarbeit/foerderpreis/ angeschaut werden.

Bildnachweis: Staatsministerium Baden-Württemberg